|
||
|
»RosaWinkelGedenkbuch« Wilhelm Jacob Klein |
||
Kein Stolperstein vorhanden. |
Geboren am: | 29.05.1904 |
| Geburtsort: | Mössingen, Krs. Tübingen | |
| Ermordet am: | 09.01.1943 | |
| Letzter Wohnort: | 〉 Stuttgart, Silberburgstraße 150 | |
| Initiator: | ||
| Zum Lebensweg: |
Wilhelm Klein wurde am 25. September 1904 in Mössingen, Krs. Tübingen geboren in Württemberg geboren und evangelisch
getauft. Er war von Beruf Schuhmacher, war aber zuletzt auch Maschinenarbeiter, Hausbursche und Hausdiener.
Am 26. Oktober 1937 verurteilte das Landgericht Stuttgart den 33-Jährigen wegen "widernatürlicher Unzucht mit Männern" nach §175a, Ziffer 3, zu zwei Jahren Zuchthaus und zu drei Jahren Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte. Aus der Haft, die er auch in Strafgefangenenlagern verbüßte, kam er am 24. Oktober 1939 zurück nach Stuttgart. Er hatte bereits zwei Gefängnis- und eine Zuchthausstrafe als Vorstrafen, als er erneut verhaftet wurde. Am 13. Dezember 1940 verurteilte ihn das Landgericht Stuttgart wegen "zwei vollendeter und eines versuchten Verbrechens der Verführung zur Unzucht unter Männern" nach §175a, Ziffer 3, zu drastischen vier Jahren und sechs Monaten Zuchthaushaft, und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für fünf Jahre.
Außerdem stufte ihn das Gericht als 〉 Kriegstäter. Diese Täter verwahrte man zwar weiterhin in Haft, ihre eigentliche Strafe sollten sie aber erst nach Kriegsende verbüßen. Die Haft sollte unter erschwerten Bedingungen erfolgen, z.B. in den Emslandlagern. Dies sollte wehrfähige Männer davor abschrecken, sich durch eine Straftat dem gefährlichen Dienst an der Front zu entziehen. Für die Straftäter wurde die Haft dadurch unabsehbar lang. Ferner verurteilte das Gericht ihn als "gefährlichen Gewohnheitsverbrecher" zur zeitlich unbefristeten Sicherungsverwahrung, nachdem er seine Strafe verbüßt hätte. Das Gericht wollte ihn also für alle Zeiten aus dem "deutschen Volkskörper" ausscheiden. Aus dem Urteil: "Klein besitzt einen tief verwurzelten Hang zur Unzucht unter Männern. Trotz einer schweren Strafe von 2 Jahren Zuchthaus, die er in bekannt harten Lagern hat verbringen müssen, hat er schon bald wieder seinem Trieb nachgegeben. Seine gleichgeschlechtliche Veranlagung ist offenbar unausrottbar. Für junge Leute bildet er eine ständige Gefahr. Er ist ein gefährlicher Gewohnheitsverbrecher. Die öffentliche Sicherheit erfordert über die Strafzeit hinaus weitere Verwahrung." Der Schosserlehrling und Fürsorgezögling Karl Schimanski wurde am 25.09.1923 in Bochum-Werne geboren. Zuletzt wohnte er in der Stuttgarter Augustenstraße 88. Er wurde ... Aus dem Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 14. Dezember 1940: » ... II. Der Angeklagte Schimanski wird wegen vier Vergehen des Diebstahls u. eines Vergehens der Unzucht unter Männern zu der Gesamtstrafe von vie Monaten Gefängnis verurteilt. Auf diese Strafe sind 3 Monate 15 Tage der erlittenen Untersuchungshaft anzurechnen. ...« Zur Strafverbüßung transportierte man ihn zur Schwerstarbeit im Moor in das Strafgefangenenlager Aschendorfer Moor im Emsland und von dort am 23. Januar 1941 in das Emslandlager Börgermoor. Weiter ging es von dort "als Handwerker" am 23. Juli 1942 in das Zuchthaus Brandenburg-Görden. Reichsjustizministers Otto Thierack hatte 1942 mit dem SS- und Polizeichef Heinrich Himmler vereinbart, dass Sicherungsverwahrte und zu langen Haftstrafen Verurteilte "durch einen Einsatz dort, wo sie zugrunde gingen, vernichtet werden.". Ende 1942 und Anfang 1943 wurde die Masse der Sicherungsverwahrten vom Justizvollzug der Polizei ausgeliefert und in ein KZ deportiert, so auch Wilhelm Klein. Ihn deportierte man etwa im Dezember 1942 in das KZ Sachsenhausen. Er erhielt " Rosa-Winkel-Häftling" die Häftlingsnummer 54.303. Wilhelm Klein wurde am 9. Januar 1943 im Alter von 38 Jahren ermordet.
|
|
|
Autor: Rainer Hoffschildt, Hannover; ergänzt, überarbeitet Lothar Dönitz, Berlin, 2026
Quellen: • KZ Sachsenhausen 1936 - 1945: 〉 Internet-Totenbuch • Arolsen Archives, Karteikarten und Personalakten des Zuchthauses und der Sicherungsanstalt Brandenburg-Görden Signatur 10010195 1, 13 Seiten 〉 DocID 12121252 • Arolsen Archives, Zu- und Entlassungslisten, Transportlisten sowie Namenverzeichnisse des Zuchthauses und der Sicherungsanstalt Brandenburg-Görden, Zugang 31.07.1942 Sittl. aus Börgermoor, Signatur 10010570 〉 DocID 12116170, DocID 12117206, DocID 12117210 • Arolsen Archives, Zu- und Entlassungslisten, Transportlisten sowie Namenverzeichnisse des Zuchthauses und der Sicherungsanstalt Brandenburg-Görden, Abgang 22.12.1942 〉 DocID 12117600 • Wilhelm Klein in der Sammlung Hessen, Deutschland, ausgewählte Sterberegister, 1851-1958: 〉 ancestry.de |
||