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»RosaWinkelGedenkbuch« Hans Alfred Nagelstock |
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🔎 Fotos von der Stolpersteinverlegung am 29.09.2016, Claus Dethleff, Dresden |
Geboren am: | 01.08.1906 |
| Geburtsort: | Dresden | |
| Ermordet am: | 16.02.1942 | |
| Beisetzungsorort: |
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Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde, Ehrenhain, Urne # 4247
〉 Potsdamer Damm 11A, 14532 Stahnsdorf Auf der im September 2025 neugestalteten 〉 Gedenkwand auf dem Wilmersdorfer Waldfriedhof findet sich sein Name: Foto: Bildausschnitt der Gedenkwand; Lothar Dönitz, Berlin, 2026. |
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| Verlegeort: | 〉 01069 Dresden, Pillnitzer Straße 34 | |
| Initiator: | Claus Dethleff, Gedenkbuch für Dresden e.V. | |
| Zum Lebensweg: |
Hans Alfred Nagelstock wurde am 1. August 1906 in Dresden geboren. Da er jüdischer Abstammung war, zwangen ihm die Nazis den zweiten Vornamen „Israel“ auf. Der Ledige lebte auch später in Dresden, in der Pillnitzer Straße 60, und war als Kaufmann tätig. Sein Vater Artur Nagelstock wurde am 13. April 1873 in Dresden geboren; verstorben ist er am 6. Mai 1914 in Rotterdam. Seine Mutter Ida, geborene Robitscheck, wurde am 23. November 1884 geboren und ist am 9. Dezember 1914 in Dresden verstorben. Aufgrund seiner Homosexualität wurde er mehrfach wegen Verstoßes gegen § 175 RStGB verhaftet. Unter anderem saß Hans Nagelstock eine Zeit lang im Jugend- und Strafgefängnis Bautzen ein. Mitte Januar 1941 nahmen ihn die Nationalsozialisten im Alter von 34 Jahren fest und deportierten ihn in das Konzentrationslager Sachsenhausen. Dort teilte ihn die Lagerleitung zwei Häftlingskategorien gleichzeitig zu: „Homosexuell“ und „Jude“. Als stigmatisierendes Symbol dieses doppelten Vorurteils musste er einen rosafarbenen Davidsstern auf der linken Brust seiner Häftlingskleidung tragen. Zudem wurde er als „BV 175 J“ – als homosexueller jüdischer „Berufsverbrecher“ – eingestuft, eine Kategorie, unter die oft wegeb § 175 vorberstrafte Mehrfachtäter nach § 175 fielen. Im Lager erhielt er als Rosa-Winkel-Häftling" die Häftlingsnummer 35.056. "Berufsverbrecher" waren oft mehrfach nach §175 vorbestraft. Man brachte ihn im Bereich der "Isolierung" im Block 36 unter, in dem viele Homosexuelle zusammengefasst worden waren. Vermutlich kam auch er, wie fast alle Homosexuellen in Sachsenhausen, in die Strafkompanie, in der die Häftlinge mit besonders schwerer Arbeit belastet wurden. Am 21. Januar 1941 erkrankte er und musste in das Krankenrevier des KZ Sachsenhausen. Sein Gesundheitszustand war anhaltend kritisch; darauf deuten wiederholte, monatelange Aufenthalte im Krankenrevier im März, April, Mai und August 1941 hin. Hans Nagelstock wurde am 16. Februar 1942 im Alter von 35 Jahren im KZ Sachsenhausen ermordet. Als offizielle Todesursache gaben die Lagerärzte eine "Allgemeininfektion" an. Den historischen Erkenntnissen nach verstarb er jedoch an den mörderischen Strapazen der Haft, der brutalen Zwangsarbeit und der chronischen Unterversorgung im Konzentrationslager (Mord durch Unterlassen).
Bei der Stolpersteinverlegung am 21. September 2016 war auch der Rabbi der Dresdner Synagoge zugegen, der ein Gebet sprach. Aus der: 〉 Zentralen Datenbank der Namen der Holocaustopfer Yad Vashem ¦ Shoah Opfernamen:
Nagelstock, Hans 🔎 Gedenkbuch Berlins der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus
Aus dem Bundesarchiv: Gedenkbuch 〉
Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945:
Nagelstock, Hans |
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Autor: Andreas Sternweiler in »Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen« S. 20, 177.
Ergänzt und überarbeitet von Lothar Dönitz, Berlin 2026.
Quellen: • KZ Sachsenhausen 1936 - 1945: 〉 Internet-Totenbuch • Arolsen Archives, Sterbebucheintragungen über verstorbene Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen 〉 DocID 4124415 • Arolsen Archives, Karteikarte Amt für die Erfassung der Kriegsopfer Berlin 〉 DocID 130631204 • Arolsen Archives, Namenlisten über verstorbene Insassen des Konzentrationslagers Sachsenhausen bzw. des Konzentrationslagers Niederhagen in Wewelsburg, die auf dem Friedhof in Güterfelde beerdigt wurden. 〉 DocID 4137190, 〉 DocID 5185361, 〉 DocID 5185394, 〉 DocID 5185395 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Zugang 21.01.1941 〉 DocID 5185395 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Zugang 27.03.1941 〉 DocID 4089335 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Abgang 12.04.1941? 06.01.41-17.06.41 Signatur 4530001 〉 DocID 4089311 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Abgang 12.04.1941? 〉 DocID 4089351 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Zugang 12.04.1941 〉 DocID 4089358 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Abgang 01.05.1941 〉 DocID 4089383 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Zugang 08.08.1941 〉 DocID 4089499 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Zugang 06.11.1941 〉 DocID 4089598 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen Krankenrevier Abgang 07.11.1941 〉 DocID 4089531 • Hans Alfred Nagelstock in Dresden, Deutschland, Geburtsregister, 1876-1907 〉 ancestry.de • Hans Nagelstock auf 〉 Gedenkplätze ein Dokumentations- und Erinnerungsprojekt an die Zeit des Nationalsozialismus. • Joachim Müller, „»Wohl dem, der hier nur eine Nummer ist«. Die Isolierung der Homosexuellen“, S. 79–108, hier S. 89 ff.; Andreas Sternweiler, „»Er hatte doppelt so schwer zu leiden …«. Homosexuelle Juden“, S. 172–180, hier S. 177, beide in: Joachim Müller/Andreas Sternweiler (Hrsg.), Homosexuelle Männer im KZ Sachsenhausen, Berlin: Verlag Rosa Winkel 2000. |
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