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»RosaWinkelGedenkbuch« Willy Henry Möbius |
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Der tatsächliche Todesort ist erst nach der Stolpersteinsetzung bekannt geworden, weshalb auf dem Stein noch die Aufschrift "KZ SACHSENHAUSEN ERMORDET 1.7.1941" zu lesen ist. Er ist Opfer der Aktion 14f13 und wurde in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet! Foto: © Hinnerk11/Wikipedia |
Geboren am: | 15.05.1902 |
| Geburtsort: | Altona | Hamburg | |
| Ermordet am: | 01.07.1941 | |
| Beisetzungort: |
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Wilmersdorfer Waldfriedhof Güterfelde,
Ehrenhain, Urne # 1887
〉 Potsdamer Damm 11A, 14532 Stahnsdorf |
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| Verlegeort: | 〉 22767 Hamburg-Altona, Breite Straße 120 | |
| Initiator: | Initiative "Gemeinsam gegen das Vergbessen - Gedenkbuch für homosexuelle NS-Opfer", Hamburg | |
| Zum Lebensweg: |
Willy Henry Möbius, wurde am 15. Mai 1902 in Altona geboren. Seine Eltern Alexander Edmund Möbius und die
Mutter Minna Therese, geb. Höfer waren zum Zeitpunkt der Ermordung bereits verstorben.
Am 15. März 1937 wurde er erstmals wegen "widernatürlicher Unzucht" verhaftet und zunächst vom 16. März bis 18. Mai 1937 im KZ Fuhlsbüttel in "Schutzhaft" genommen, anschließend überstellte man ihn in reguläre Untersuchungshaft in das Gefängnis am Holstenglacis 3. Er gab zu, sich mit einem Seemann zu gleichgeschlechtlichen Handlungen eingelassen zu haben und wurde am 21. Juli 1937 vom Amtsgericht Hamburg zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr abzüglich der Schutz- und Untersuchungshaft verurteilt, die er in Fuhlsbüttel absaß. Nach der Strafverbüßung am 15. März 1938 wurde er vom Arbeitsamt Hamburg in ein Hoch- und Tiefbauunternehmen nach Voorde bei Kiel vermittelt. Wegen des geringen Verdienstes gab er die Stelle auf und wechselte nach Marne in Dithmarschen, wo er Arbeit bei einem Landwirt fand. Da er beschuldigt wurde, sich an einem Knecht "unsittlich" vergriffen zu haben, verließ er seine Arbeitsstelle, fand Beschäftigung in Kiel und auf Fehmarn und gelangte schließlich nach Hamburg. Da er zur Fahndung ausgeschrieben war, wurde Henry Möbius am 13. April 1939 festgenommen, kam einen Tag später in Untersuchungshaft und wurde am 22. Mai 1939 vom Amtsgericht Itzehoe zu neun Monaten Gefängnis wegen "tätlicher Beleidigung" und nach § 175 RStGB verurteilt. Ein Berufungsverfahren blieb erfolglos. Die Strafe verbüßte er im Strafgefängnis Neumünster. Während seiner Inhaftierung wurde er von dem in Hamburg inhaftierten homosexuellen Strichjungen Werner Schmidt (geb. 1918, gest. 1941 an Haftfolgen, 〉 Stolperstein Werner Schmidt, Hamburg-St. Pauli, Seilerstraße 17) der Polizei als Partner benannt. Zunächst bestritt Möbius die "Tat", legte in der Hauptverhandlung dann aber doch ein Geständnis ab und gab zu, mit Werner Schmidt einmal sexuelle Handlungen ausgeführt zu haben. Er sei von dem Strichjungen in verschiedenen Lokalen auf St. Pauli "angemacht" worden, ohne auf dessen Werben einzugehen. Bei dem gemeinsamen homosexuellen Bekannten 〉 Walter Lau geb. 1906, ermordet 1942 KZ Ravensbrück-Männerlager, bei dem Henry Möbius zeitweilig zur Untermiete wohnte, kam es im Januar 1939 zu dem kriminalisierten Sexkontakt. Dafür wurde Möbius vom Amtsgericht Hamburg am 2. März 1940 ein weiteres Mal zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. Zusammen mit dem Itzehoer Urteil verhängten die Richter eine Gesamtstrafe von einem Jahr und drei Monaten Haft, die er in Neumünster verbüßte. Die erlittene Untersuchungshaft wurde wegen seines langen Leugnens der "Tat" nicht auf die Strafzeit angerechnet. Nach der Strafverbüßung gelangte er, wie viele mehrfach verurteilte Homosexuelle, nicht in Freiheit, sondern wurde am 28. September 1940 zur Kripo Hamburg überstellt und im innerstädtischen Polizeigefängnis Hütten inhaftiert. Nach dieser Überstellung tauchte Henry Möbius’ Name am 16. November 1940 mit dem Häftlingspräfix "BV/175" als homosexueller "Berufsverbrecher" unter den registrierten Zugängen des KZ Sachsenhausen auf. Hier erhielt er als "Rosa-Winkel-Häftling" die Nummer 34209. Am 5. Juni 1941 stand sein Name dann auf einer zur Verschleierung "Kommando S" genannten Transportliste mit Personen, die in die 〉 Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein geschickt werden sollten. 269 überwiegend arbeitsunfähige Personen, darunter viele homosexuelle Männer, wurden von dem Arzt und SS-Obersturmbannführer Friedrich Mennecke zur Ermordung ausgewählt und an drei Tagen, 4., 5. und 7. Juni 1941, auf Lastwagen nach Sonnenstein transportiert und in der dortigen 〉 Gaskammer mit Kohlenmonoxid erstickt. Offiziell wurden die Todesumstände verschleiert und für Henry Möbius ein "natürlicher" Tod am 1. Juli 1941 in Oranienburg auf einer fingierten Sterbeurkunde bescheinigt.
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Autoren: Bernd Rosenkranz (†)/Ulf Bollmann 〉
Stolpersteine Hamburg, September 2015. Ergänzt und überarbeitet von Lothar Dönitz, Berlin, 2026.
Quellen: • KZ Sachsenhausen 1936 - 1945: 〉 Internet-Totenbuch • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen, Veränderungsmeldung Krankenbau, Zugang am 09.03.1941 〉 DocID 4089306 • Arolsen Archives, KZ Sachsenhausen, Veränderungsmeldung Krankenbau, Transport am 05.06.1941 Signatur 4530001 〉 DocID 4089430 • Arolsen Archives, Sterbebucheintragungen über verstorbene Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen 〉 DocID 4124046 • Arolsen Archives, Karteikarte Amt für die Erfassung der Kriegsopfer Berlin 〉 DocID 130622586 • Arolsen Archives, Namenliste über verstorbene Häftlinge des Konzentrationslagers Sachsenhausen, deren Urnen auf dem Waldfriedhof Güterfelde beigesetzt wurden 〉 DocID 4137171 |
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